Wacker Neuson bringt drei neue Elektrobagger auf den Markt. Die Modelle ET18, ET20 und ET25 ergänzen die bestehende E-Palette des Münchner Herstellers und zielen direkt auf den urbanen Tiefbau. Mit dieser Erweiterung verfügt Wacker Neuson nun über eine der breitesten Elektro-Minibagger-Reihen am Markt – und setzt damit Konkurrenten wie Kubota, JCB und Takeuchi unter Druck.

Die drei neuen Modelle decken den Gewichtsbereich von 1,8 bis 2,5 Tonnen ab. Gerade in diesem Segment steigt die Nachfrage nach emissionsfreien Maschinen stark. Innerstädtische Baustellen unterliegen zunehmend Auflagen, Dieselfahrverbote nehmen zu. Für Tiefbauer, Kanalreiniger und Recycling-Betriebe wird der Elektroantrieb damit zur Voraussetzung, nicht zur Option.

Wacker Neuson setzt bei den neuen Baggern auf bewährte Lithium-Ionen-Technik. Die Akkukapazität und Ladezeiten wurden noch nicht im Detail kommuniziert, aber der Hersteller verspricht Betriebszeiten, die für einen vollen Arbeitstag ausreichen sollen. Das ist entscheidend: Wer einen Kompaktbagger auf einer Innenstadtbaustelle einsetzt, braucht mindestens 6 bis 8 Betriebsstunden ohne Nachladen. Kürzere Laufzeiten bedeuten Standzeiten – und die kosten Geld.

Die Produkterweiterung stärkt die Position von Wacker Neuson im Wettbewerb um elektrische Baumaschinen für den innerstädtischen Einsatz. Der Hersteller hat bereits Erfahrung mit den kleineren Modellen ET16 und ET24, die seit einigen Jahren im Markt sind. Mit den drei neuen Maschinen wird die Palette deutlich dichter – und deckt nun auch Anwendungen ab, für die bisher noch der Diesel-Bagger ran musste.

Die Positionierung ist klar: Wacker Neuson zielt auf Flottenbetreiber, die ihre Maschinenparks elektrifizieren wollen oder müssen. Gerade kommunale Betriebe und städtische Versorger stehen unter Druck, ihre CO₂-Bilanzen zu verbessern. Für diese Kunden ist eine breite Modellpalette aus einer Hand ein klarer Vorteil – weil sie Beschaffung, Schulung und Wartung vereinfacht.

Technische Details zu Grabtiefe, Reichweite, Ladeinfrastruktur und Preis hat Wacker Neuson noch nicht veröffentlicht. Entscheidend wird sein, wie sich die Betriebskosten im Vergleich zu den Diesel-Pendants entwickeln. Elektrische Minibagger liegen in der Anschaffung typischerweise 30 bis 40 Prozent über dem Diesel-Modell. Dafür entfallen Kraftstoffkosten, die Wartungsintervalle verlängern sich, und der Wiederverkaufswert könnte sich positiv entwickeln – je nachdem, wie schnell Dieselfahrverbote kommen.

Mit den drei neuen Modellen verdichtet Wacker Neuson sein Angebot im Mikro- und Minibagger-Segment für beengte Baustellen. Wer heute einen elektrischen Bagger sucht, findet bei Wacker Neuson nun eine der breitesten Paletten am Markt. Das macht den Münchner Hersteller für Flottenbetreiber attraktiv – und könnte anderen Herstellern Marktanteile kosten.