Rubble Master aus Österreich zählt zu den Spezialisten für mobile Prallbrecher im Segment Abbruch und Recycling. Seit der Gründung 1991 fokussiert sich das Unternehmen auf kompakte, raupenfahrmobile Brechanlagen, die eine dezentrale Aufbereitung von Bauschutt, Beton und Asphalt direkt auf der Baustelle ermöglichen. Damit adressiert Rubble Master gezielt Abbruchunternehmen, Baufirmen und Recyclingbetriebe, die Transportkosten senken und Materialkreisläufe vor Ort schließen wollen.
Produktlinie: RM 60 bis RM 120X – Durchsatzleistung nach Einsatzgewicht
Die zentrale Produktlinie umfasst mobile Prallbrecher der RM-Baureihe, gestaffelt nach Einsatzgewicht und Durchsatzleistung. Das Einstiegsmodell RM 60 richtet sich an kleinere Bauunternehmen und Garten- und Landschaftsbauer: Mit einem Einsatzgewicht von rund 11 Tonnen und einem Durchsatz von bis zu 100 Tonnen pro Stunde eignet es sich für die mobile Aufbereitung von Bauschutt, Pflastersteinen oder Betonabbruch in urbanen Lagen. Die Kompaktheit – Transportbreite unter 2,5 Meter – erlaubt den Einsatz in innerstädtischen Projekten ohne Schwertransport-Genehmigung.
Im mittleren Segment positioniert Rubble Master den RM 90GO! mit etwa 27 Tonnen Einsatzgewicht und bis zu 250 Tonnen Stundendurchsatz. Dieses Modell wird häufig auf mittelgroßen Abbruchbaustellen eingesetzt, beispielsweise beim selektiven Rückbau von Wohn- und Gewerbebauten. Integrierte Vorabsiebeinheiten und ein hydraulisch verstellbarer Prallrost erlauben die Anpassung der Korngrößenverteilung ohne Werkzeugwechsel – ein Vorteil bei wechselnden Materialqualitäten.
Als Topmodell fungiert der RM 120X mit bis zu 350 Tonnen Durchsatz pro Stunde. Diese Anlage wird vorrangig von Recyclingunternehmen und Deponiebetreibern eingesetzt, die größere Mengen Betonabbruch, Asphaltaufbruch oder Mischabbruch kontinuierlich aufbereiten. Ein zusätzliches Magnetband zur Metallabtrennung und eine zweistufige Siebsektion machen den RM 120X zur flexiblen Zentralanlage auf großflächigen Recyclinghöfen.
Differenzierung: Kompaktheit, Mobilität, dezentrale Strategie
Im Wettbewerbsumfeld mit Herstellern wie Kleemann, Metso oder Sandvik setzt Rubble Master auf eine konsequente Nischenstrategie: Die RM-Brecher sind bewusst kompakter und leichter konzipiert als viele Konkurrenzmodelle vergleichbarer Durchsatzklasse. Das ermöglicht häufigere Standortwechsel und reduziert Transportkosten – ein entscheidender Faktor bei kurzfristigen Abbruchprojekten oder kleineren Recyclingmengen, bei denen sich stationäre Anlagen nicht amortisieren.
Die Mobilität wird durch Raupenfahrwerke mit hydraulischer Spurverstellung und niedrigem Bodendruck unterstützt. Rubble Master bewirbt zudem die "Plug-and-Play"-Philosophie: Viele Modelle lassen sich ohne externe Stromversorgung per integriertem Dieselmotor betreiben und sind innerhalb von 30 Minuten einsatzbereit – ein Argument für Bauunternehmen, die keinen stationären Recyclinghof betreiben.
Aktuelle Entwicklungen: Elektrifizierung und Telematik-Integration
Rubble Master hat 2023 erste Pilotprojekte mit vollelektrischen Antriebsvarianten gestartet. Der RM 90E! läuft seit Herbst 2023 im Testbetrieb bei einem Abbruchunternehmen in den Niederlanden und wird über eine externe 400-V-Baustromversorgung betrieben. Die Elektrifizierung reduziert nicht nur lokale Emissionen – ein Vorteil bei innerstädtischen Abbruchprojekten – sondern auch die Betriebskosten: In Märkten mit hohen Dieselpreisen rechnet sich der elektrische Betrieb nach Herstellerangaben bereits nach etwa 3.000 Betriebsstunden.
Parallel dazu rüstet Rubble Master seine Baureihe sukzessive mit Telematik-Modulen aus. Das RM Fleet Management erlaubt Flottenmanagern die Überwachung von Betriebsstunden, Durchsatzmengen, Kraftstoffverbrauch und Wartungsintervallen in Echtzeit. Über GPS-basierte Standortverfolgung lassen sich zudem Einsatzorte dokumentieren – ein wichtiger Aspekt für die Nachweisführung in der Kreislaufwirtschaft und für Abrechnung nach tatsächlicher Recyclingmenge.
Marktposition: Fokus auf DACH, Expansion in Nordamerika
Im DACH-Raum gehört Rubble Master zu den führenden Anbietern mobiler Prallbrecher unter 40 Tonnen Einsatzgewicht. Genaue Marktanteile veröffentlicht das Unternehmen nicht, Branchenbeobachter schätzen den Anteil bei kompakten Recyclingbrechern in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf etwa 15 bis 20 Prozent. International setzt Rubble Master auf strategische Partnerschaften: In Nordamerika kooperiert das Unternehmen seit 2022 mit regionalen Vertriebspartnern, um vom wachsenden Markt für mobile Brecher auf Recyclingbaustellen zu profitieren.
Die zunehmende Regulierung von Deponiegebühren und die strengeren Vorgaben zur Bauabfallverwertung – etwa durch die deutsche Ersatzbaustoffverordnung – treiben die Nachfrage nach mobilen Aufbereitungslösungen. Rubble Master profitiert hier von der langjährigen Spezialisierung auf dezentrale Recyclingkonzepte. Ein Nachteil bleibt die begrenzte Skalierbarkeit: Bei sehr großen Mengen oder stationären Dauerbetrieben sind Anlagen der Wettbewerber oft wirtschaftlicher.
Ausblick: Wann kommen Hybridantriebe in Serie?
Für 2025 hat Rubble Master die Markteinführung einer Hybridvariante angekündigt, die wahlweise mit Dieselmotor oder externer Stromversorgung betrieben werden kann. Damit würde das Unternehmen flexibler auf unterschiedliche Baustellen-Infrastrukturen reagieren. Ob sich Hybridantriebe in der Praxis durchsetzen, hängt stark von der Verfügbarkeit von Baustrom und den regulatorischen Rahmenbedingungen ab. In Märkten mit strengen Emissionszonen – etwa in skandinavischen Städten – dürfte die Nachfrage hoch sein. Für klassische Recyclinghöfe ohne Emissionsdruck bleibt der Dieselantrieb vorerst die wirtschaftlichere Wahl.
Weitere Informationen zur Produktlinie finden sich im Übersichtsartikel Rubble Master: Kompakte Prallbrecher für mobiles Recycling auf der Baustelle sowie in der allgemeinen Betrachtung Rubble Master Prallbrecher: Welche Modelle lohnen sich für mobiles Recycling?. Details zum Hersteller sind auf der Unternehmensseite von Rubble Master verfügbar.



